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Aus der Predigt von Dekan Edi Niederwieser zum Einstand von Marek Ciesielski PDF Drucken E-Mail

Willkommen Marek Ciesielski zum Seelsorger des Seelsorgsraumes Jenbach-Wiesing-Münster ...

Beim Fußballspiel gibt es den Jargon: „den Raum besser ausnützen, den Ball besser verteilen“, das heißt, die Räume der Pastoral anschauen: Wo stehen wir zu dicht beisammen, wo haben wir noch nie hingeschaut, wo vermuten wir nicht das Reich Gottes mitten unter uns? Wo kümmern sich zu viele ständig ums Gleiche? Haben wir vielleicht gar Angst vor der Weite und kuscheln uns zusammen in „heiligen Ecken, vor dem privaten Tabernakel“? Wir müssen ja das Spiel immer wieder verlagern, können nicht nur durch die Mitte durch, oder nur über die rechte bzw. linke Flanke angreifen. Ihr wisst, was damit gemeint sein kann (Strömungen der Kirche).

Im „Spiel-Raum“ herrschen nicht starre Strukturen vor, nicht das Gesetz regiert, sondern so wie am Meeresstrand eine heilsam gesunde Brise aus Salz und Jod in der Luft liegt, möchte im Seelsorgsraum eine Brise Lebensfreude, Glaubensfreude, Hoffnung, Mut und Energie in der Luft liegen.

Dynamik in der Systemtheorie meint die Veränderung und Entwicklung von Systemen. Wir stehen mit der Schaffung von Seelsorgsraum am Beginn. Wir sind noch sehr unerfahren und unsicher. Was kommt auf uns zu? Wie können wir in einem neuen Miteinander Geschwisterlichkeit in diesen Räumen leben, unsere Stärken und Talente entdecken, fördern und zusammentragen? Wie werden wir einander ergänzen und unterstützen? Es schaffen, dass „der Ball“ (salopp gesagt) zu möglichst vielen Spielern/innen kommt? Es soll ja auch in der Pastoral vorkommen, dass eine(r) stur dribbelt und „den Ball nicht abgeben will“?!

 

Und auch die Bereitschaft, das „Alte“ gut abzuschließen, das „Liebkind“ abzunabeln und der gekränkten Seele einen Heilungs- und Versöhnungsprozess zu gewähren. Ich weiß, dass es in der Dekanatspfarre Jenbach einige schmerzhafte Prozesse gegeben hat, die da und dort noch aufglimmen mögen wie die Glut ganz tief unter einem Haufen Asche. Zu Kindern sagen Erwachsene des Öfteren: „jetzt muss amol a Ruah sein.“ In der Messe bitten wir: „Schenke deiner Kirche Einheit, (ich ergänze gerne: Einigkeit) und Frieden. Sucht Einigkeit auch in den „Räumen“ eures Denkens, der Traditionen, der verschiedenen Talente und der je eigenen Gestalt eurer Gemeinden.

Für / an Marek:

Was mich stets sehr tief berührt ist das Lied zur Gabenbereitung aus der Haydnmesse – „nimm an o Herr die Gaben aus deines Priesters Hand.“ Ich spüre es als bes. Erwählung, die Gemeinde auf die Patene zu legen und sie dem Herrn vorzustellen und als Gabe anzubieten. Und fühle mich vom Gesang der Gläubigen darin bestärkt und mitgetragen. Ob die Gläubigen das auch so fühlen und meinen? Ich wünsche es dir und deinem Aushilfspriester. Das Gefühl wirklich mitgetragen zu werden auch in deiner Berufung. Und in deinem Einsatz für das Reich Gottes.

Bevor ich nun dich Marek als Seelsorger des Seelsorgraums einsetze und dir das Dekret überreiche, möchte ich ein großes Vergelt’s Gott sagen: dem Pfarrgemeinderat mit Obmann Prof. Wolfgang Palaver und besonders auch dem Kurator Mag. Pichler Albert für diese Zeit der Überbrückung ohne ständigen Pfarrer am Ort. Ihr habt die große Herausforderung angenommen – euch ausgesetzt, besonders Albert mit seiner konsequenten ernsthaften und zutiefst biblisch-spirituellen Weise Reich-Gottes-Arbeit zu tun. Nicht wenige störende „Zwischenrufe“ waren zu hören, Altlasten mitzutragen – und doch: Hoffnung und Visionen glaubwürdig anzubieten. Ihr habt unbeirrt heraushören lassen: „die Freude an Gott ist unsere Kraft, halleluja

Vergelt’s Gott – Amen
 
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